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Universitäts-Studien

Vergleichende Psycho-sensorische Tests von drei verschiedenen Vibratoren (Hitachi Wand, Prelude und Eroscillator® als Sinnes-Stimulator verwendet).

Louis Lieberman, Ph.D.
Mary Cuadrado, M.P.A.
City University of New York

„Die Empfehlung von Sexualtherapeuten an ihre Kundinnen „einen Vibrator zu nutzen“, sollte unter den drei relativ effizienten Gesichtspunkten geschehen, die der Behandlung von Orgasmusstörungen bei Frauen dienlich sind.“

EINLEITUNG
Der Gebrauch von Vibratoren und Massagestäben, als eine Quelle der sexuellen Stimulation, scheint Männern wie Frauen, ähnlich wie die stimulierende Wirkung von seriösen und professionellen Massagen in Friseursalons schon lange bekannt zu sein, wo mit Hilfe der „schwedischen Massage“ (hier wird mit dem Handrücken gearbeitet) Hals- und Nackenmassagen durchgeführt wurden. Diese und andere Massagearten haben ihre Ursprünge im frühen 20. Jahrhundert. Die Phallus-förmigen batteriebetriebenen Zylinder kamen in den 50er Jahren auf. Anscheinend wurden sie entwickelt, um sie als Penisersatz in die Vagina einzuführen. Zunächst gab es für die Geräte keine Gebrauchsanweisungen, aber die Tatsache, dass sie zunächst nur in Sex-Shops und Sex-Zeitschriften zu sehen waren, ließen keine Zweifel bezüglich ihrer Anwendung offen.

Andere Arten traten in den frühen 60er Jahren in Erscheinung. Sie wurden für die Massage von Kopf, Gesicht und anderer „Punkte“ angepriesen. Aber auch diese wurden durch Anzeigen in Sex-Magazinen zum Kauf angeboten, was natürlich wieder Rückschlüsse auf den eigentlichen Verwendungszweck ziehen ließ. Auch damals schon beschrieben Autoren beliebter Sex-Ratgeber, dass der Gebrauch eines Vibrators Frauen helfen kann, ihre Probleme einen Höhepunkt zu erreichen zu lösen. Beispiele für die positive Wirkung finden sich z.B. in Clarks „Enjoyment of Love in Marriage“ [Die Freuden der Liebe in der Ehe] (Clark, L. „The Enjoyment of Love in Marriage“
[Die Freuden der Liebe in der Ehe], New York: Crest Books, 1949) oder in Kellys „Sex Manual“ [Sex-Ratgeber] (Kelly, G.K., „Sex Manual“ [Sex-Ratgeber], 8.Auflage, August, Georgia: Southern Medical Supply Co., 1959) und in Albert Ellis in „The Art and Science of Love“ [Die Liebe als Kunst und Wissenschaft] (Ellis, A. „The Art of Science of Love“
[Die Liebe als Kunst und Wissenschaft], New York: Lyle Stuart, 1960).

Bis zum April des Jahres 1966 wurde der Gebrauch von Vibratoren nur in einschlägigen Zeitschriften und in „Do-It-Yourself“ Sex-Ratgebern erwähnt, wo dies als Novum betrachtet wurde. Gegen Ende der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts wurden Vibratoren in Verbindung mit Sexualstudien gebracht, die von Masters und Johnson durchgeführt und in ihrem Buch „Human Sexual Response“ [Sexuelle Reaktionen des Menschen] kommentiert wurden.

Ungefähr zur gleichen Zeit, im Januar 1966, veröffentlichte Mary Jane Sherfey, M.D., die sich auf Psychoanalyse spezialisiert hatte, einen Artikel im „Journal of The American Psychoanalytical Association“ [Zeitschrift des amerikanischen Verbands der Psychoanalytiker] und später auch in ihrem Buch „The Nature and Evolution of Female Sexuality“ [Natur und Evolution der weiblichen Sexualität] (Sherfey, Mary J., M.D.: „The Nature and Evolution of Female Sexuality“ [Natur und Evolution der weiblichen Sexualität], New York: Random House, 1972, S. 110) mit folgendem Inhalt:

„In der klinischen Praxis sind mir einige verheiratete und alleinstehende Frauen aufgefallen, die einen elektrischen Vibrator nutzen. Bezüglich der normalen Körperfunktionen erleben diese Frauen eine gesunde und ungehemmte Sexualität – und die Anzahl der erlebten Orgasmen ist eine Maßeinheit für das weibliche Orgasmuspotenzial.“

In ihrer sehr einflussreichen Arbeit empfahl die renommierte Sexualtherapeutin und Pädagogin Helen Singer Kaplan, M.D., Ph.D., die damalige Vorsitzende des „Sex Therapy and Education Program“ [Sexuelles Behandlungs- und Aufklärungsprogramm] in der Payne Whitney Klinik im Krankenhaus von New York, dass Vibratoren auch zur Behandlung von Orgasmusschwächen bei Frauen geeignet sind.

In ihrem Buch, „The New Sex Therapy : Active Treatment of Sexual Dysfunction “
[Die neue Sextherapie: Aktive Behandlung sexueller Funktionsstörungen] (Kaplan, Helen S., The New Sex Therapy : Active Treatment of Sexual Dysfunction “ [Die neue Sextherapie: Aktive Behandlung sexueller Funktionsstörungen], New York : Brunner/Mazel, 1974), erläutert Dr. Kaplan verschiedene Möglichkeiten, Vibratoren als Hilfsmittel zu nutzen, um Orgasmusstörungen zu behandeln. In einer Variante empfiehlt sie eine Kombination aus Penetration mit einem Mann und klitoraler Stimulation durch einen Vibrator, denn „einige Frauen, die nur schwer einen Orgasmus bekommen, können zum Höhepunkt kommen, wenn sie beim Geschlechtsakt mit einem Vibrator stimuliert werden.“ (S. 407). Weiterhin empfiehlt sie Frauen, die noch nie einen Höhepunkt hatten
(primäre absolute Orgasmusstörung) und die mit Selbstbefriedigung auch wenig zufriedenstellende Erfolge erzielen konnten, durch einen Vibrator das Orgasmus-Potenzial zu erhöhen. „Der Vibrator liefert die stärkste und intensivste Stimulation.“ (S. 388)

DIE UNTERSUCHUNG
Das Hauptanliegen dieser Universitätsstudien ist, die Effektivität von drei Vibratoren auf folgende Eigenschaften zu testen:

  • wie schnell der Vibrator einer Frau zum Orgasmus verhelfen kann
  • die allgemeine Zufriedenheit bezüglich der Form und der Ästhetik der Artikel während des Gebrauchs.

Die drei, für die Studie zu vergleichenden Vibratoren waren:

  1. Magnetspulen-betriebener Prelude III
  2. Motorbetriebener Hitachi Magic Wand [Zauberstab] und
  3. ein Schwingkopf, der Eroscillator®

Der Schwingkopf ist eine Innovation, die speziell zur Stimulation des klitoralen Schafts und dem Gewebe rund um den Venushügel entwickelt wurde. Das einzig existierende Gerät dieser Art ist der Eroscillator®. Streng genommen ist der Eroscillator® kein Vibrator, da die Stimulation aus der “schwingenden” Bewegung der verschiedenen Aufsätze resultiert (ein 7,5 cm Finger-ähnlicher Kopf, ein rebenförmiger Aufsatz mit 2,5 cm Durchmesser und einem Aufsatz mit 2,5 cm Durchmesser). Im Gegensatz zu anderen Vibratoren, bewegt er sich seitwärts, mit konstanten 3600 Bewegungen pro Minute. Die Studie wurde an 30 Frauen, die sich freiwillig zur Verfügung stellten, vorgenommen.

Alle von ihnen waren bereits älter als 21 Jahre. Sie selbst testeten das Gerät bei sich daheim und alle Befragungen wurden durch weibliche Wissenschaftlerinnen durchgeführt, die alle Informationen selbstverständlich diskret behandelten. Alle Datenerhebungen beruhten auf eigenen Aussagen der Probandinnen, denn die erfolgreiche Verwendung und der Grad der Befriedigung, der mit diesen Vibratoren in unterschiedlichen Situationen erzielt wurde, ist stets subjektiver Natur.

DIE ERGEBNISSE
Die dreißig (30) Probandinnen waren 24 bis 47 Jahre alt. Die meisten von ihnen (24 von 30) waren verheiratet oder lebten allein, aber waren sexuell aktiv. Über zwei Fünftel von ihnen hatte einen Highschool-Abschluss oder studierten. Zusätzliche 40% hatten einen ersten Hochschulabschluss und die übrigen 5 hatten ein weiterführendes Universitätsstudium absolviert. Zwei Drittel waren weiß, ein Viertel schwarz und 2 von ihnen waren Lateinamerikanerinnen.
Insgesamt gab es 252 abgeschlossene Untersuchungen, bei denen die Frauen nur einen Vibrator während eines Test verwendeten. (Zusätzlich gab es auch 110 Versuche, wo alle 3 Vibratoren gleichzeitig verwendet wurden, damit der Vergleich leichter fiel. Hierüber wird in dieser Abhandlung später noch berichtet.) Etwas mehr als die Hälfte der Versuche (52%) wurden zusammen mit den Partnern gemacht, während 120 allein durchgeführt wurden. Zwei Drittel der Frauen waren bereits in einer erotischen Stimmung, entweder allein oder mit Partner, bevor sie die Vibratoren nutzten.

DIE ZEITDAUER BIS ZUM ORGASMUS
In den meisten Fällen (83%) erreichten die Frauen einen Orgasmus, nachdem sie sich mit dem Vibrator stimulierten. Der zeitliche Umfang bewegte sich hierbei von „20 Sekunden“ bis zu einem Maximum von einer Stunde. Beim Vergleich der Effizienz der verschiedenen Geräte ließ sich feststellen, dass die Frauen eher mit dem Eroscillator® als mit anderen Geräten zum Höhepunkt kamen.

STÄRKE DER ORGASMEN
Die Frauen wurden gebeten, die Intensität der Orgasmen während jeder Versuchsreihe zu bestimmen. Die Skala reichte von 1 bis 10, wobei 10 die höchste Einschätzung war. Die Ergebnisse wurden dann in niedrige (1-4), durchschnittliche (5-7) und starke (8-10) Orgasmen eingeteilt. Auf dieser Skala bewerteten 50% der Frauen ihre Orgasmen als stark, während 13% sie als niedrig einstuften. Der Eroscillator® war das Produkt, welches den Frauen am häufigsten zum stärksten Orgasmus verhalf.

Tabelle 1: Orgasmus-Intensität durch die Produkte

Intensität Prelude Wand Eroscillator®
niedrig 1-4 5% 34% 4%
durchschnittlich 5-6 43% 35% 33%
stark 8-10 52% 31% 63%
Anzahl 58 62 89

MULTIPLE ORGASMEN
In 56 Tests berichteten die Frauen von verschiedenen und ausgeprägten multiplen Orgasmen während eines Tests, bei dem sie die Vibratoren nutzten. Die Anzahl reichte von nur 2 bis hin zu 7 multiplen Orgasmen. 3 multiple Orgasmen waren der Durchschnitt bei der Mehrheit der Tests, in denen multiple Orgasmen auftraten. Der Gebrauch des Eroscillator® verursachte die meisten multiplen Orgasmen.

SUBJEKTIVE VERGLEICHE DER PRODUKTE
Seitdem die Verwendung von Vibratoren zu einem Teil der therapeutischen Heilung von Patienten empfohlen wird, wurden die Zweifel bezüglich der technischen und mechanischen Natur der Vibratoren minimiert. Da jedoch die Abneigung und das Unbehagen gegenüber dem Gebrauch von Vibratoren unseres Wissens nach nicht erforscht worden sind, war es wichtig, in Erfahrung zu bringen, welche der Hauptarten von Vibratoren am meisten von den Patientinnen genutzt wird und demzufolge am wirksamsten bei der Behandlung von therapeutischen Problemen ist.

Die Frauen wurden außerdem aufgefordert nach jeder Anwendung einen Fragebogen mit 6 Punkten auszufüllen, wo sie subjektiv beantworten sollten, welcher der Vibratoren diesen Punkt am besten erfüllte. Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 dargestellt:

Tabelle 2: Vergleich der Instrumente
(Prozentualer Anteil, der sich für den jeweiligen Vibrator in der jeweiligen Kategorie entschied)

  Prelude Wand Eroscillator®
1."der natürlichste in seiner Form und Verwendung" 7% 16% 76%
2."der stimulierendste" 14% 20% 66%
3."welchen haben sie letztendlich verwendet, um zum Höhepunkt zu kommen" 17% 19% 53%
4."welcher ließ ihre Hände am wenigsten ermüden" 9% 15% 76%
5."der leiseste" 29% 11% 60%
6."welcher war am sanftesten zu ihrer Vagina" 11% 10% 79%


Das überragende positive Ergebnis auf diese Fragen lieferte der Eroscillator®. Das liegt sicherlich daran, dass er ursprünglich entwickelt wurde, speziell an den Partien zwischen Klitoris und Venushügel zu stimulieren. Dieses wird auch während der Befragungen durch die weiblichen Interviewerinnen deutlich. Diese wurden durchgeführt, nachdem alle Versuchsreihen abgeschlossen waren.

Auf die Frage: „Wenn Sie alles berücksichtigen, welches Gerät haben Sie dann während dieser Zeit bevorzugt verwendet?“, antworteten 22 von 30 Frauen (73%) mit dem Eroscillator®. Beim Finden der Ursachen für den favorisierten Gebrauch haben die 58 Befragten die positiven Eigenschaften bezüglich der großen Vielfalt an Möglichkeiten mit dem Eroscillator® erwähnt. Die Antworten können allgemein in zwei Kategorien eingeteilt werden: einerseits die positiven Kommentare zu Form, Handhabe und technischen Eigenschaften und andererseits die Stimulationsfunktionen.

ERÖRTERUNG
Wenn der einzige Zweck eines Vibrators darin läge, einer Frau zum Höhepunkt zu verhelfen, dann würden wir nach unseren Untersuchungen schlussfolgern, dass alle 3 Modelle diese Aufgabe erfüllen. Allerdings fanden wir heraus, dass für die Verwendung des Vibrators und die Zufriedenheit mit dem Ergebnis von dessen Gebrauch andere Faktoren ebenfalls eine Rolle spielen. Die Handhabung, die physischen Eigenschaften, die Größe, die Form und die Qualität der Stimulation haben alle Einfluss auf die wahrgenommene Zufriedenheit mit der Orgasmusreaktion und das Verlangen, so lange damit weiter zu machen, bis der Höhepunkt erreicht wird. Da es sich bei der Wahrnehmung der Reaktion um einen wichtigen Bestandteil der Behandlung von sexuellen Funktionsstörungen handelt, ist es besser, die Patientin auch auf die negativen Eigenschaften einiger Vibratoren auf dem Markt hinzuweisen, als nur vorzuschlagen, dass sie einen für die empfohlenen Übungen kaufen soll.

LITERATURNACHWEIS
1. Clark, L.: “The Enjoyment of Love in Marriage” [Die Freuden der Liebe in der Ehe], New York: Crest Books, 1949
2. Kelly, G.K., “Sex Manual” [Sex-Ratgeber], 8. Auflage, August, Georgia: Southern Medical Supply Company., 1959
3. Ellis, A., “The Art and Science of Love” [Die Liebe als Kunst und Wissenschaft], New York, Lyle Stuart, 1960
4. Sherfey, Mary J., M.D. “The Nature and Evolution of Female Sexuality” [Natur und Evolution der weiblichen Sexualität] New York: Random House, 1972, p 110
5. Kaplan, Helen S., “The New Sex Therapy: Active Treatment of Sexual Dysfunction“ [Die neue Sextherapie: Aktive Behandlung sexueller Funktionsstörungen], New York: Brunner/Mazel, 1974

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